Halloween

In Nottingham dauert vieles länger. Zum Beispiel dient “Weihnachten” als Bezeichnung eines Zeitraums von mehreren, salopp zwischen Dezemberbegnn und Neujahr gestapelten Wochen, und auch Halloween dauert mindestens eine ganze Woche lang, in der man in der Innenstadt täglich Horden seltsam gekleideter Menschen beobachten kann.
Halloween (oder auch: Hallowe’en) bezeichnet ein Fest, welches jährlich am 31. Oktober zelebriert wird und sich in letzter Zeit sogar in unseren heimischen Gefilden zunehmend einiger Beliebtheit erfreut. Während sich Halloween in Deutschland aber hauptsächlich in der Form einiger Mottoparties manifestiert, auf denen stets auch nur ein Teil der Leute verkleidet ist, ist hier bildhaft die Hölle los. Die Briten sind Fancy Dress als Partyform ohnehin nicht abgeneigt, und die sicherste Methode, auf einer Halloween-Party seltsam angeschaut zu werden, ist es, sich nicht grün zu schminken, sich keine Vampirzähne zu besorgen und den Kunstblut-Vorrat daheim zu vergessen. In seiner Popularität ist das Halloween-Feiern mit dem Karneval im Ruhrgebiet vergleichbar (durch seine Tendenz zu düsteren, morbiden, abstrusen Kostümen zumindest mir aber auch um Größenordnungen sympathischer).
Ich durfte am Halloween-Wochenende bei drei verschiedenen Gelegenheiten in einen dämonischen Tarnanzug schlüpfen, nämlich bei Halloween-Socials des Caving Clubs und der Halloween-Party der Sci Fi and Fantasy Society. (Erstes Kostüm: Supergirl. Zweites Kostüm: Figur aus Pride and Prejudice and Zombies. Drittes Kostüm: Zombie-Revolutionär, mit Dank an David für die Idee.) Während die SFFS-Party eine unglaubliche Kostümvielfalt und Detailtreue mit sich brachte (es gab natürlich auch einen Dopplereffekt!), beinhalteten die Socials weitere Besuche in dem (in diesem Blog bereits mehrfach erwähnten, aber nicht weniger toll werdenden) Pit and Pendulum. Von dem Halloween-Schmuck in Form eines riesigen künstlichen Spinnennetzes und einiger dekorativer Dämonen mal abgesehen, brauchte das Pit gar nicht so viel an seiner Inneneinrichtung zu verändern, denn selbige umfasst auch fürgewöhnlich Dinge wie alte anatomische Beschreibungen von Haustierschädeln, Vitrinen voller seltsamer, organischer, in Gläsern schwimmender Dinge und Foltergeräte, die an den Wänden hängen. Da Caver, sozusagen berufskrankheitsbedingt, großen Spaß daran haben, sich durch enge Zwischenräume zu quetschen (gängige Abendbeschäftigungen umfassen etwa die Herausforderung, seitwärts durch einen Stuhl zu dringen), konnten wir es uns natürlich nicht verkneifen, in eine der Wanddekorationen zu klettern.

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